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Eimsbüttel Einwohner: jung, wachsend, gut gemischt

Rund 277.700 Menschen leben heute im Bezirk Eimsbüttel. Der Bezirk wächst seit Jahren stetig, bleibt vergleichsweise jung, hat einen der niedrigsten Migrationsanteile Hamburgs und gewinnt seine Einwohner vor allem über Zuzug.

Von Uwe Winkler | 23. Juni 2026
Eimsbüttel Einwohner: jung, wachsend, gut gemischt © Foto: Bernhard Diener / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Die Henriettenstraße in Hamburg.

Im Bezirk Eimsbüttel leben rund 277.700 Menschen, das ist gut jeder achte Hamburger.1 Der Bezirk wächst seit Jahren stetig, gehört zu den jüngeren und sozial stabilsten Teilen Hamburgs und gewinnt seine Einwohner vor allem über Zuzug.

Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Geburten, Wanderung, Altersstruktur und Migration. Eine kompaktere Zahlenübersicht findest du in unserer Eimsbüttel-Statistik, eine Karte mit allen Quartieren unter Stadtteile in Eimsbüttel.

Zur Einordnung: Eimsbüttel bezeichnet in Hamburg zweierlei. Es gibt den Bezirk Eimsbüttel mit neun Stadtteilen (rund 277.700 Einwohner) und den gleichnamigen Stadtteil Eimsbüttel (rund 57.800 Einwohner). Dieser Artikel betrachtet den gesamten Bezirk und weist Stadtteil-Zahlen gesondert aus.

Was dich erwartet

Eimsbüttel-Demografie auf einen Blick

  • Einwohner Bezirk aktuell: rund 277.700 (Stand 31.12.2024)
  • Einwohner Stadtteil Eimsbüttel: rund 57.800
  • Wachstum 2002 bis 2024: rund 13 Prozent
  • Durchschnittsalter (Stadtteil Eimsbüttel): rund 41 Jahre, eher jung
  • Migrationshintergrund im Bezirk: 33,7 Prozent, einer der niedrigsten Werte Hamburgs
  • Neun Stadtteile, von dicht bebaut bis grün am Stadtrand

Wie viele Menschen leben in Eimsbüttel?

Mit 277.656 Einwohnern (Melderegister, Stand 31.12.2024) ist Eimsbüttel der fünftgrößte der sieben Hamburger Bezirke.2 Damit lebt hier rund jeder achte Hamburger. 2002 zählte der Bezirk noch knapp 246.000 Menschen, seither ist die Zahl um über 30.000 gestiegen.

240.000 250.000 260.000 270.000 280.000 245.792 262.130 277.656 2002 2007 2012 2017 2022 2024

Einwohnerentwicklung des Bezirks Eimsbüttel, 2002 bis 2024 (Melderegister, jeweils 31.12., gerundet). Quelle: Statistikamt Nord.

Der Verlauf zeigt ein ruhiges, anhaltendes Wachstum. Nach einer kurzen Delle Anfang der 2010er Jahre legte der Bezirk vor allem zwischen 2017 und 2022 deutlich zu, getragen von Zuzug und neuen Wohnungen am Stadtrand. Der Bezirk in seiner heutigen Form besteht seit 1951, mehr dazu in unserer Geschichte Eimsbüttels.3 Der Stadtteil Eimsbüttel selbst war schon um 1925 mit über 124.000 Einwohnern eines der am dichtesten besiedelten Viertel Hamburgs, ist heute aber kleinteiliger bewohnt.4

Wächst, stagniert oder schrumpft Eimsbüttel?

Über zwei Jahrzehnte wächst Eimsbüttel klar, um rund 13 Prozent. Das Tempo liegt nahe am Hamburger Schnitt von etwa zwei Prozent über die jüngeren Jahre.5 Echte Schrumpfungsphasen gab es seit 2002 kaum, lediglich um 2012 ging die Zahl kurz leicht zurück.

Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum ungleich verteilt. Die innerstädtischen, bereits sehr dicht bebauten Stadtteile wie der Stadtteil Eimsbüttel, Hoheluft-West oder Rotherbaum haben kaum noch Flächenreserven und bleiben weitgehend stabil. Zugelegt haben vor allem die flächigeren Stadtteile am Rand wie Lokstedt, Eidelstedt und Niendorf, wo Neubau möglich ist.

Geburten und Sterbefälle

Eimsbüttel ist ein vergleichsweise junger Bezirk mit positiver Geburtenbilanz. Für den Stadtteil Eimsbüttel weist das Statistikamt Nord für 2024 rund 527 Geburten und 316 Sterbefälle aus, der natürliche Saldo ist hier also deutlich positiv.6 Auf Bezirksebene liegt die Zahl der Geburten ein Vielfaches höher, der Bezirk gehört bei den unter 18-Jährigen aber knapp unter den Hamburger Schnitt.

Anders als in vielen alternden Regionen trägt in den familiengeprägten Stadtteilen Eimsbüttels der Geburtenüberschuss spürbar zum Wachstum bei. Den größeren Beitrag liefert trotzdem die Wanderung.

Kennzahl (Stadtteil Eimsbüttel, 2024) Wert
Geburten527
Sterbefälle316
Natürlicher Saldo+211

Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug

Das Plus von über 30.000 Menschen seit 2002 lässt sich nicht allein aus Geburten erklären. Den Hauptteil trägt der Wanderungssaldo: Mehr Menschen ziehen nach Eimsbüttel, als wegziehen. Für ganz Hamburg rechnet das Statistikamt Nord bis 2035 mit Wanderungsgewinnen von rund 105.000 Personen, und Eimsbüttel zählt zu den Bezirken, die davon profitieren.7

Typisch ist eine hohe Fluktuation in den zentralen Vierteln: Studenten und junge Berufstätige ziehen rund um die Universität und in den dicht bebauten Altbauquartieren zu und nach einigen Jahren oft in größere Wohnungen am Stadtrand oder ins Umland weiter.

Altersstruktur: Wer ist wie alt in Eimsbüttel?

Eimsbüttel zählt zu den jüngeren Teilen Hamburgs. Im Stadtteil Eimsbüttel liegt das Durchschnittsalter bei rund 41 Jahren, der Anteil der über 65-Jährigen ist mit knapp 14 Prozent vergleichsweise niedrig.8 Prägend ist der hohe Anteil an Einpersonenhaushalten, im Stadtteil Eimsbüttel rund zwei Drittel aller Haushalte.

Altersgruppe (Stadtteil Eimsbüttel) Anteil
unter 18 Jahreca. 12 %
65 Jahre und älterca. 14 %
Durchschnittsalterca. 41 Jahre

Im Bezirksdurchschnitt fällt der Anteil der Kinder und Jugendlichen etwas höher aus, weil die familiengeprägten Stadtteile am Rand wie Niendorf, Schnelsen oder Eidelstedt mehr Kinder haben als die zentralen Altbauviertel. Detaillierte Bezirkswerte je Altersgruppe veröffentlicht das Statistikamt Nord in den Hamburger Stadtteil-Profilen.9

Internationaler, aber moderat: Migration in Eimsbüttel

Im Bezirk Eimsbüttel haben 93.634 Menschen einen Migrationshintergrund, das sind 33,7 Prozent der Bevölkerung (Stand 31.12.2024).10 Damit liegt Eimsbüttel unter dem Hamburger Schnitt und ist nach dem Bezirk Nord der Bezirk mit dem zweitniedrigsten Anteil. Vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 27,4 Prozent, der Anstieg fällt also moderat, aber stetig aus.

Innerhalb des Bezirks gibt es deutliche Unterschiede. Im Stadtteil Eimsbüttel haben 26,5 Prozent einen Migrationshintergrund, der Ausländeranteil liegt dort bei nur rund 13 Prozent.11 In den Stadtteilen am Stadtrand ist der Anteil teils höher und prägt das Straßenbild stärker als in den bürgerlichen Altbauvierteln rund um die Osterstraße.

Verteilung über die neun Stadtteile

Eimsbüttel gliedert sich in neun Stadtteile sehr unterschiedlicher Größe.12 Der namensgebende Stadtteil Eimsbüttel ist mit Abstand der einwohnerstärkste und zugleich einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile ganz Deutschlands, mit rund 18.000 Einwohnern je Quadratkilometer.

Stadtteil Einwohner Charakter
Eimsbüttel57.798sehr hoch verdichtet
Niendorf42.496größter Flächen-Stadtteil
Eidelstedt36.705wachsend
Lokstedt31.666wachsend
Schnelsen31.323stabil bis wachsend
Stellingen28.812stabil
Harvestehude17.962stabil
Rotherbaum17.253stabil
Hoheluft-West13.641sehr dicht, stabil

Einwohner je Stadtteil, Melderegister, Stand 31.12.2024. Quelle: Statistikamt Nord.13

Was sagt die Bevölkerungsprognose?

Für ganz Hamburg erwartet das Statistikamt Nord bis 2035 einen Anstieg auf rund 2,03 Millionen Einwohner, ein Plus von etwa 146.000 Personen gegenüber heute.14 Getragen wird das vor allem von Wanderungsgewinnen und vom Wohnungsneubau. Für Eimsbüttel heißt das: In den dicht bebauten zentralen Stadtteilen sind kaum größere Veränderungen zu erwarten, das künftige Wachstum verlagert sich auf die Stadtteile mit Neubauflächen am Rand.

Das bezirkliche Wohnungsbauprogramm benennt dafür die wesentlichen Flächen, etwa in Lokstedt, Eidelstedt, Niendorf und Stellingen.15 Wie kräftig der Bezirk weiter zulegt, entscheidet sich also vor allem daran, wie viele dieser Wohnungen tatsächlich gebaut werden.

Hinweis zur Methodik

Zahlen basieren auf dem Hamburger Melderegister, den Hamburger Stadtteil-Profilen und dem Bericht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund des Statistikamts Nord. Werte gerundet, Stichtag in der Regel 31.12.2024. Wo nur Stadtteil- statt Bezirkszahlen vorlagen, ist dies im Text ausgewiesen. Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich.

Ausblick

Eimsbüttel dürfte weiter wachsen, getragen von Zuzug und von Neubau in den Stadtteilen am Rand. Der Bezirk bleibt vergleichsweise jung, sozial stabil und mit einem moderaten Migrationsanteil. Die zentralen Altbauviertel sind weitgehend ausgereizt, die Musik spielt in Lokstedt, Eidelstedt, Niendorf und Schnelsen. Wer die Entwicklung des Wohnungsmarkts verfolgen will, findet die Mieten im Mietspiegel Eimsbüttel.

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