Fahrräder, die über Nacht aus dem Hinterhof verschwinden, aufgebrochene Kellertüren in Eppendorf-Nähe, das Gerede über Taschendiebe rund um den Eidelstedter Markt: In einem so dicht besiedelten Bezirk wie Eimsbüttel ist Kriminalität ein Dauerthema. Doch wie sieht die Lage aus, wenn man statt Bauchgefühl die offiziellen Zahlen nimmt?
Wir haben das PKS-Jahrbuch 2025 und den Stadtteilatlas der Polizei Hamburg[1] ausgewertet und zeigen, wie sicher der Bezirk Eimsbüttel im Vergleich zu den anderen sechs Hamburger Bezirken ist, in welchen seiner neun Stadtteile die meisten Straftaten registriert werden und wie sich die Lage über die letzten Jahre entwickelt hat.
- Wie viele Straftaten gab es 2025 im Bezirk Eimsbüttel?
- Eimsbüttel im Vergleich: So steht der Bezirk gegenüber den anderen Hamburger Bezirken
- Die häufigsten Delikte im Bezirk Eimsbüttel
- In welchen Eimsbütteler Stadtteilen ist die Kriminalität am höchsten?
- Kriminalität im Zeitverlauf
- Wer sind die Tatverdächtigen in Hamburg?
- Häufige Fragen zur Kriminalität in Eimsbüttel
- Quellen
Wie viele Straftaten gab es 2025 im Bezirk Eimsbüttel?
Im Jahr 2025 hat die Polizei im Bezirk Eimsbüttel insgesamt 17.563 Straftaten[1] erfasst. Das sind 971 Fälle weniger als im Vorjahr (18.534 Straftaten in 2024), ein Rückgang um 5,2 Prozent. Hamburgweit ging die Kriminalität im selben Zeitraum um rund 5 Prozent zurück, Eimsbüttel entwickelte sich damit fast im Stadtdurchschnitt.
Bei einer Bevölkerung von rund 277.700 Einwohnern (jüngste amtlich veröffentlichte Zahl, Stand 31. Dezember 2024)[3] ergibt das eine Häufigkeitszahl von etwa 6.325 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Wichtig: Diesen bezirksgenauen Wert weist das LKA nicht selbst aus, wir haben ihn aus der amtlichen Fallzahl und der jüngsten verfügbaren amtlichen Einwohnerzahl berechnet. Zum Vergleich: für ganz Hamburg lag die Häufigkeitszahl 2025 bei 11.468.[1] Eimsbüttel liegt damit klar unter dem Stadtschnitt.
Auffällig ist dagegen die Aufklärung: Mit einer Aufklärungsquote von 36,9 Prozent ist Eimsbüttel 2025 das Schlusslicht aller sieben Hamburger Bezirke.[1][2] Im Vorjahr lag der Wert noch bei 35,4 Prozent. Hamburgweit wurden 49,1 Prozent aller Fälle aufgeklärt, der höchste Wert seit 1997.
Was bedeutet die Häufigkeitszahl?
Die Polizei nutzt für Vergleiche die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner.[1] Sie macht Bezirke und Stadtteile unterschiedlicher Größe erst vergleichbar, weil sie die Einwohnerzahl herausrechnet. Eine reine Fallzahl sagt für sich allein wenig aus: ein großer Bezirk mit vielen Fällen kann pro Kopf trotzdem sicherer sein als ein kleiner mit weniger Vorfällen.
Eimsbüttel im Vergleich: So steht der Bezirk gegenüber den anderen Hamburger Bezirken
Nach der absoluten Fallzahl liegt Eimsbüttel 2025 auf Platz fünf von sieben Hamburger Bezirken.[1] Nur Harburg und Bergedorf verzeichnen weniger Straftaten, der riesige Tourismus- und Innenstadtbezirk Hamburg-Mitte führt mit großem Abstand. Ein direkter Vergleich der Häufigkeitszahlen ist über die Bezirke hinweg nur eingeschränkt möglich, weil das LKA sie bezirksweise nicht ausweist. Anhand der Fallzahlen und der Einwohnerzahlen ist Eimsbüttel aber einer der ruhigeren Bezirke.
| Platz | Bezirk | Straftaten 2025 | Aufklärungsquote |
|---|---|---|---|
| 1 | Hamburg-Mitte | 78.923 | 58,2 % |
| 2 | Hamburg-Nord | 27.209 | 48,7 % |
| 3 | Wandsbek | 27.048 | 45,9 % |
| 4 | Altona | 22.920 | 45,8 % |
| 5 | Eimsbüttel | 17.563 | 36,9 % |
| 6 | Harburg | 15.955 | 51,3 % |
| 7 | Bergedorf | 8.545 | 52,7 % |
Der Mittelweg passt zu Eimsbüttel: ein dicht bebauter, gemischter Bezirk mit lebhaften Geschäftslagen rund um die Osterstraße und ruhigen Wohnvierteln in Harvestehude und am Stadtrand in Niendorf und Schnelsen. Die niedrige Aufklärungsquote hängt stark mit der Deliktstruktur zusammen, dazu gleich mehr.
Die häufigsten Delikte im Bezirk Eimsbüttel
Wie überall in Hamburg macht Diebstahl auch in Eimsbüttel den größten Anteil aus. Fast jede zweite registrierte Straftat im Bezirk ist ein Diebstahl. Eine Übersicht ausgewählter Delikte 2025:
| Delikt | Fälle 2025 im Bezirk |
|---|---|
| Diebstahl insgesamt | 8.345 |
| Sachbeschädigung | 2.358 |
| Fahrraddiebstahl | 1.772 |
| Taschendiebstahl (nur Eidelstedt) | 205 |
| Wohnungseinbruchdiebstahl | 416 |
| Rauschgiftdelikte | 252 |
| Diebstahl/unbefugter Gebrauch eines Kraftwagens | 103 |
Was hinter den Zahlen steckt:
- Diebstahl dominiert. Mit 8.345 Fällen sind knapp 48 Prozent aller Eimsbütteler Straftaten Diebstähle.[1] Genau diese Deliktgruppe wird hamburgweit am schlechtesten aufgeklärt (nur rund 25 Prozent), weil es oft keine Spuren und keine Zeugen gibt. Das erklärt einen großen Teil der niedrigen Eimsbütteler Aufklärungsquote.
- Fahrraddiebstahl bleibt ein Schwerpunkt, geht aber zurück. Mit 1.772 gestohlenen Rädern registrierte der Bezirk 19,6 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr (2.203).[1] Allein im Stadtteil Eimsbüttel sank die Zahl um rund 24 Prozent. Aufgeklärt wird hier kaum etwas.
- Wohnungseinbruch steigt wieder. 416 Fälle bedeuten ein Plus von 14,0 Prozent gegenüber 2024 (365 Fälle).[1] Hamburgweit ist die Aufklärungsquote bei dieser Deliktgruppe von 9 auf 7,4 Prozent gesunken.
- Rauschgiftdelikte gehen weiter zurück. Mit 252 Fällen wurden 12,2 Prozent weniger registriert als 2024 (287 Fälle).[1] Rauschgiftdelikte sind Kontrolldelikte: Sie hängen stark davon ab, wie viel die Polizei kontrolliert, weniger vom tatsächlichen Geschehen. Die Teil-Legalisierung von Cannabis dürfte hier weiter eine Rolle spielen.
- Autodiebstahl bricht deutlich ein. 103 gestohlene Kraftwagen bedeuten ein Minus von 50,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (206 Fälle).[1] Absolut bleibt das Delikt aber selten.
In welchen Eimsbütteler Stadtteilen ist die Kriminalität am höchsten?
Der Bezirk Eimsbüttel ist in neun Stadtteile unterteilt. Die Polizei weist die Fallzahlen für jeden Stadtteil einzeln aus.[1] Hier zählt vor allem die absolute Fallzahl, denn eine offizielle Häufigkeitszahl pro Stadtteil veröffentlicht das LKA nicht. Wer Stadtteile fair vergleichen will, muss also bedenken, dass größere und stärker frequentierte Stadtteile fast zwangsläufig höhere Fallzahlen haben.
| Rang | Stadtteil | Fälle 2025 | Aufklärungsquote |
|---|---|---|---|
| 1 | Eimsbüttel | 3.514 | 32,8 % |
| 2 | Niendorf | 2.871 | 43,7 % |
| 3 | Eidelstedt | 2.410 | 40,8 % |
| 4 | Stellingen | 2.197 | 38,1 % |
| 5 | Rotherbaum | 1.552 | 31,4 % |
| 6 | Schnelsen | 1.517 | 43,2 % |
| 7 | Lokstedt | 1.438 | 33,2 % |
| 8 | Harvestehude | 1.373 | 30,2 % |
| 9 | Hoheluft-West | 691 | 30,5 % |
Der Stadtteil Eimsbüttel selbst führt die Liste mit 3.514 Fällen an, und das mit Abstand. Das überrascht wenig: Hier leben rund 58.000 Menschen auf engem Raum, dazu kommen die belebten Einkaufs- und Ausgehlagen rund um die Osterstraße. Wo viele Menschen unterwegs sind, werden auch mehr Diebstähle, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen registriert. Im Stadtteil Eimsbüttel sanken die Fälle 2025 um 15,5 Prozent.
Niendorf, Eidelstedt und Stellingen folgen auf den Plätzen. In Eidelstedt fiel besonders der Taschendiebstahl auf: 205 Fälle, von denen sieben aufgeklärt wurden.[1] Am ruhigsten ist Hoheluft-West mit nur 691 Fällen, allerdings ist der Stadtteil auch der mit Abstand kleinste und am dichtesten bebaute im Bezirk.
Ein Wort zur Vorsicht: Die niedrigste Fallzahl bedeutet nicht automatisch den sichersten Stadtteil. Harvestehude und Hoheluft-West etwa haben unterdurchschnittlich viele Fälle, aber auch besonders niedrige Aufklärungsquoten (30,2 bzw. 30,5 Prozent), was vor allem an den dort häufigen, schwer aufzuklärenden Eigentumsdelikten liegt.
Kriminalität im Zeitverlauf
Eine bezirksgenaue Zeitreihe über zehn Jahre veröffentlicht das LKA nicht. Auf Bezirksebene lässt sich aber sagen: Die Fallzahl in Eimsbüttel ist 2025 mit 17.563 spürbar gesunken (2024: 18.534, minus 5,2 Prozent). Für den langfristigen Trend hilft der Blick auf die gesamte Stadt, deren Häufigkeitszahl die Entwicklung gut abbildet.
Straftaten je 100.000 Einwohner in ganz Hamburg pro Jahr (Häufigkeitszahl). Eine bezirksgenaue HZ-Zeitreihe veröffentlicht das LKA nicht. Werte ab 2024 wurden nach dem Zensus 2022 neu berechnet und sind mit älteren Jahren nur eingeschränkt vergleichbar. Quelle: PKS-Jahrbuch 2025, Polizei Hamburg.
Hamburgweit ist die Häufigkeitszahl über zehn Jahre klar gesunken: von 13.384 im Jahr 2016 auf 11.468 in 2025.[1] Der Tiefpunkt lag im Coronajahr 2021 (10.062), danach stiegen die Werte zunächst wieder, bevor sie 2025 auf ein neues Zehnjahrestief fielen. Gemessen an der wachsenden Bevölkerung wird heute also pro Kopf seltener eine Straftat registriert als vor zehn Jahren. Da Eimsbüttels Fallzahl 2025 stärker sank als der Hamburger Durchschnitt, dürfte der Pro-Kopf-Trend hier mindestens ebenso positiv verlaufen sein. Mehr zur Entwicklung des Bezirks findest du in unserem Statistik-Überblick.
Wer sind die Tatverdächtigen in Hamburg?
Hinweis zur Datenebene
Die Polizei Hamburg veröffentlicht Tatverdächtigen-Zahlen nur hamburgweit, nicht auf Bezirksebene. Die folgenden Anteile gelten für ganz Hamburg und beziehen sich auf das Jahr 2025. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf Eimsbüttel übertragen.
2025 hat die Polizei Hamburg 64.516 Tatverdächtige ermittelt, 2.465 weniger als im Vorjahr (minus 3,7 Prozent).[1] Der Rückgang zog sich durch die meisten Altersgruppen, am stärksten bei den Jugendlichen (minus 12,9 Prozent), während die Zahl der Kinder als einzige Gruppe leicht zunahm (plus 3,4 Prozent).
| Gruppe | Anzahl 2025 | Anteil |
|---|---|---|
| Tatverdächtige insgesamt (Hamburg) | 64.516 | 100 % |
| darunter nichtdeutsche Tatverdächtige | 34.101 | 52,9 % |
| davon mit erlaubtem Aufenthalt | 24.490 | 38,0 % |
| davon mit unerlaubtem Aufenthalt | 9.608 | 14,9 % |
| darunter Tatverdächtige mit Flüchtlingsstatus | 4.566 | 7,1 % |
Von allen Tatverdächtigen besaßen 34.101 Personen, also 52,9 Prozent, nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.[1] Der Anteil stieg gegenüber dem Vorjahr (51,9 Prozent) um rund einen Prozentpunkt. Wichtig zur Einordnung: Diese Hamburger Quote enthält im Unterschied zu manchen anderen Statistiken auch rein ausländerrechtliche Verstöße wie unerlaubten Aufenthalt, die nur Nichtdeutsche begehen können und die Quote nach oben treiben. Tatverdächtige mit Flüchtlingsstatus machten 7,1 Prozent aller Tatverdächtigen aus.
Was ist mit dem Migrationshintergrund?
Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, also den Pass, nicht den Migrationshintergrund.[1] Ein in Hamburg geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung nach Migrationshintergrund gibt die PKS nicht her.
Wichtige methodische Einschränkungen
Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:
- Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die PKS erfasst Verdachtsfälle nach polizeilichem Abschluss der Ermittlungen.[4] Bis zum Urteil gilt jeder als unschuldig.
- "Nichtdeutsch" bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Siehe oben.
- Touristen und Reisende sind enthalten. Wer als Tourist beim Ladendiebstahl erwischt wird, taucht in der Hamburger Statistik auf, auch wenn er anderswo wohnt. Bei einigen Delikten erklärt das einen erheblichen Teil der nichtdeutschen Anteile.
- Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten belastete Gruppe. Da die in Hamburg lebende nichtdeutsche Bevölkerung im Schnitt jünger und männerlastiger ist, ergeben sich allein daraus rechnerisch höhere Tatverdächtigen-Anteile.
- Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt, sozialem Umfeld und Wohnviertel.
Häufige Fragen zur Kriminalität in Eimsbüttel
Welcher Eimsbütteler Stadtteil hat die meisten Straftaten?
Der Stadtteil Eimsbüttel selbst führt 2025 mit 3.514 registrierten Fällen, deutlich vor Niendorf (2.871) und Eidelstedt (2.410).[1] Das hängt mit der hohen Einwohnerdichte und den belebten Geschäftslagen rund um die Osterstraße zusammen.
Welcher Stadtteil im Bezirk gilt als ruhigster?
Mit nur 691 Fällen verzeichnet Hoheluft-West 2025 die niedrigste absolute Fallzahl im Bezirk.[1] Allerdings ist der Stadtteil auch der kleinste, eine offizielle Häufigkeitszahl pro Stadtteil weist die Polizei nicht aus.
Warum ist die Aufklärungsquote in Eimsbüttel so niedrig?
Mit 36,9 Prozent hat Eimsbüttel 2025 die niedrigste Aufklärungsquote aller sieben Hamburger Bezirke.[1] Hauptgrund ist die Deliktstruktur: Fast die Hälfte aller Fälle sind Diebstähle, vor allem Fahrrad- und Taschendiebstähle, die hamburgweit nur zu rund 25 Prozent oder weniger aufgeklärt werden.
Wie sicher ist Eimsbüttel im Vergleich zu anderen Hamburger Bezirken?
Gemessen an der Fallzahl liegt Eimsbüttel mit 17.563 Straftaten auf Platz fünf von sieben Bezirken, nur Harburg und Bergedorf haben weniger.[1] Die berechnete Häufigkeitszahl von rund 6.325 pro 100.000 Einwohner liegt deutlich unter dem Hamburger Schnitt von 11.468.
Wie hat sich die Kriminalität in Eimsbüttel entwickelt?
Die Fallzahl ist 2025 mit 17.563 spürbar gesunken (2024: 18.534, minus 5,2 Prozent).[1] Hamburgweit ging die Kriminalität im selben Zeitraum um rund 5 Prozent zurück, und die Häufigkeitszahl sank über zehn Jahre von 13.384 (2016) auf 11.468 (2025).
Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger?
Hamburgweit lag der Anteil 2025 bei 52,9 Prozent.[1] Diese Quote enthält auch rein ausländerrechtliche Verstöße. Eine bezirksbezogene Aufschlüsselung für Eimsbüttel veröffentlicht die Polizei nicht, die hamburgweiten Anteile lassen sich nicht 1:1 übertragen.