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Lokales

Eimsbüttel Stadtteile: Alle 9 im Überblick

Von den Gründerzeitvierteln nahe der Alster bis zu den grünen Wohnvororten im Norden: was die neun Stadtteile des Bezirks prägt.

Von Uwe Winkler | 25. Juni 2026
Eimsbüttel Stadtteile: Alle 9 im Überblick © Foto: Vitavia / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Wohnhäuser in der Fettstraße im Osten von Eimsbüttel.

Eimsbüttel ist einer von sieben Hamburger Bezirken und liegt im Nordwesten der Stadt. Der Bezirk reicht vom dicht bebauten Kerngebiet nahe der Außenalster bis weit an den nördlichen Stadtrand und vereint sehr unterschiedliche Lebenswelten unter einem Namen.

Offiziell gliedert sich der Bezirk in neun Stadtteile, von den gründerzeitlichen Quartieren in Eimsbüttel und Hoheluft-West über die bürgerlichen Alsterlagen in Harvestehude und Rotherbaum bis zu den fast kleinstädtischen Wohnvororten Niendorf, Schnelsen und Eidelstedt im Norden. Insgesamt leben hier 277.656 Menschen auf rund 49,8 Quadratkilometern (Stand 31. Dezember 2024). Die folgende Reihenfolge orientiert sich an den Einwohnerzahlen, vom bevölkerungsreichsten Stadtteil abwärts.

EimsbüttelNiendorfEidelstedtLokstedtSchnelsenStellingenHarvestehudeRotherbaumHoheluft-West
Was dich erwartet

1. Eimsbüttel

  • Einwohner: 57.798
  • Fläche: 3,22 km² (rund 17.950 Einwohner je km²)
  • Lage: Kerngebiet, südlich von Hoheluft, westlich der Alster
  • Highlights: Osterstraße, Apostelkirche, Heußweg, Wochenmarkt
  • Charakter: dichtes Gründerzeitviertel, Szene- und Familienkiez

Eimsbüttel ist der namensgebende und mit Abstand bevölkerungsreichste Stadtteil des Bezirks. Über ein Fünftel aller Bewohner des Bezirks leben hier auf vergleichsweise kleiner Fläche. Das Viertel ist geprägt von dichter Gründerzeitbebauung in baumbestandenen Straßen.

Lebensader ist die Osterstraße mit ihren Läden, Cafés und Restaurants. Rund um die Apostelkirche findet einer der bekanntesten Wochenmärkte des Bezirks statt. Eimsbüttel gilt als klassischer Aufsteigerkiez: ehemals Arbeiterviertel, heute begehrte und entsprechend teure Wohnlage für junge Familien und Berufseinsteiger. Die U2 bindet den Stadtteil über die Haltestellen Osterstraße, Emilienstraße, Christuskirche und Lutterothstraße an.

2. Niendorf

  • Einwohner: 42.496
  • Fläche: 12,41 km² (rund 3.420 Einwohner je km²)
  • Lage: Nordwesten des Bezirks, am Stadtrand
  • Highlights: Niendorfer Gehege, Tibarg, Marktplatz Niendorf
  • Charakter: ehemaliges Dorf, heute grüner Villen- und Wohnvorort

Niendorf ist flächenmäßig der zweitgrößte Stadtteil des Bezirks und hat sich vom Bauerndorf zu einem grünen Hamburger Wohnvorort entwickelt. Prägend ist das ausgedehnte Niendorfer Gehege, ein rund 150 Hektar großes Waldgebiet, das bis an die Nachbarstadtteile Stellingen, Eidelstedt und Schnelsen reicht.

Das Zentrum bildet die Einkaufsstraße Tibarg mit dem Marktplatz. Niendorf ist überwiegend von Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern geprägt und gilt als ruhige, familienfreundliche Wohnlage. Die U2 endet am nördlichen Rand des Stadtteils an der Haltestelle Niendorf Nord.

3. Eidelstedt

  • Einwohner: 36.705
  • Fläche: 8,72 km² (rund 4.210 Einwohner je km²)
  • Lage: Nordwesten, an der Grenze zu Schleswig-Holstein
  • Highlights: Eidelstedter Platz, AKN-Bahnhof, Bürgerhaus
  • Charakter: gewachsenes Wohngebiet mit Dorfkern und Gewerbe

Eidelstedt hat sich von einem Dorf im Hamburger Umland zu einem Stadtteil mit gemischtem Charakter entwickelt. Wohnsiedlungen unterschiedlicher Epochen, ältere Dorflagen und ausgedehnte Gewerbeflächen prägen das Bild.

Verkehrlich ist Eidelstedt gut erschlossen: Die S-Bahn-Linie S3 sowie die AKN halten am Bahnhof Eidelstedt, dazu kommen mehrere Buslinien. Der Eidelstedter Platz und das Bürgerhaus bilden den sozialen Mittelpunkt. Im Norden grenzt der Stadtteil an das Niendorfer Gehege und bietet so trotz seiner Randlage viel Grün.

4. Lokstedt

  • Einwohner: 31.666
  • Fläche: 4,89 km² (rund 6.480 Einwohner je km²)
  • Lage: mittlerer Bezirk, nördlich des Kerngebiets
  • Highlights: Siemersplatz, NDR-Gelände, Lokstedter Höhe
  • Charakter: gemischte Wohnlage mit Gewerbe und Medienstandort

Lokstedt war im 18. und 19. Jahrhundert ein beliebter Landhaus-Wohnort für wohlhabende Hamburger Bürger und ist heute eine attraktive, gemischte Wohnlage. Rund um den Siemersplatz konzentrieren sich Geschäfte und Dienstleistungen.

Ein wichtiger Standort ist das NDR-Gelände an der Grenze zu Rotherbaum, von dem aus große Teile des norddeutschen Rundfunks gesendet werden. Lokstedt verbindet ruhige Wohnstraßen mit guter Anbindung über mehrere Buslinien und die nahen U-Bahn-Stationen an der Stadtgrenze.

5. Schnelsen

  • Einwohner: 31.323
  • Fläche: 8,94 km² (rund 3.500 Einwohner je km²)
  • Lage: Nordrand des Bezirks, an der A7
  • Highlights: Frohmestraße, Schnelsen-Markt, A7-Deckel
  • Charakter: Wohnstadtteil mit kleinstädtischem Charakter

Schnelsen liegt am nördlichen Stadtrand und ist überwiegend von Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern geprägt. Der Stadtteil hat sich seinen kleinstädtischen, ruhigen Charakter weitgehend bewahrt.

Einschneidend war der Ausbau der A7: Mit dem Lärmschutzdeckel über der Autobahn entstand eine neue Grünverbindung, die den lange durch die Trasse geteilten Stadtteil wieder zusammenführt. Einkaufsschwerpunkt ist die Frohmestraße. Die A7 und die AKN binden Schnelsen an das Umland und die Innenstadt an.

6. Stellingen

  • Einwohner: 28.812
  • Fläche: 6,08 km² (rund 4.740 Einwohner je km²)
  • Lage: mittlerer Bezirk, an der A7 und Bahntrasse
  • Highlights: Tierpark Hagenbeck, Volkspark-Nähe, Kunsteisbahn
  • Charakter: Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Verkehr

Stellingen ist ein Stadtteil der Gegensätze: ruhige Wohnstraßen treffen auf stark verkehrsbelastete Lagen entlang der A7 und der Bahntrasse sowie auf Gewerbe- und Industrieflächen. Bekanntestes Wahrzeichen ist der Tierpark Hagenbeck, einer der ältesten Privatzoos der Welt.

Die gleichnamige U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark an der U2 bringt jährlich viele Besucher in den Stadtteil. Daneben prägen die Kunsteisbahn Stellingen und die Nähe zum Altonaer Volkspark das Freizeitangebot. Wohnlich reicht das Spektrum von Reihenhaussiedlungen bis zu größeren Mehrfamilienhäusern.

7. Harvestehude

  • Einwohner: 17.962
  • Fläche: 2,05 km² (rund 8.760 Einwohner je km²)
  • Lage: Südosten, am Westufer der Außenalster
  • Highlights: Isemarkt, Innocentiapark, Alsterufer
  • Charakter: großbürgerliches Villen- und Wohnviertel

Harvestehude ist eine der privilegiertesten Wohnlagen Hamburgs. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden hier am Westufer der Außenalster großbürgerliche Villenviertel, die bis heute das Bild prägen.

Unter den Hochbahnviadukten der U-Bahn in der Isestraße findet zweimal wöchentlich der Isemarkt statt, einer der längsten Wochenmärkte Europas. Der Innocentiapark an der Parkallee, 1884 nach englischem Vorbild angelegt, gilt als eine der ersten gestalteten Grünanlagen Hamburgs. Die U1 und U3 erschließen den Stadtteil.

8. Rotherbaum

  • Einwohner: 17.253
  • Fläche: 2,73 km² (rund 6.320 Einwohner je km²)
  • Lage: Südosten, zwischen Dammtor und Alster
  • Highlights: Universität Hamburg, Milchstraße, Rothenbaum-Stadion
  • Charakter: Universitäts- und Konsulatsviertel

Rotherbaum gilt als eines der repräsentativsten Viertel Hamburgs. Hier liegt der Campus der Universität Hamburg, dazu zahlreiche Konsulate, Verlage und der Sitz des NDR am Rothenbaum.

Rund um die Milchstraße und die Mittelweg-Lagen konzentrieren sich gehobene Geschäfte und Gastronomie. Das Tennisstadion am Rothenbaum ist Austragungsort der jährlichen Hamburg Open. Verkehrlich ist der Stadtteil über den Bahnhof Dammtor sowie die U1 hervorragend an die Innenstadt angebunden.

9. Hoheluft-West

  • Einwohner: 13.641
  • Fläche: 0,72 km² (rund 18.950 Einwohner je km²)
  • Lage: Südosten, beiderseits der Hoheluftchaussee
  • Highlights: Hoheluftchaussee, Eppendorfer Weg, Goldbekkanal-Nähe
  • Charakter: kleinster und am dichtesten besiedelter Stadtteil

Hoheluft-West ist der flächenmäßig kleinste Stadtteil des Bezirks und zugleich der am dichtesten besiedelte Stadtteil ganz Hamburgs. Auf weniger als einem Quadratkilometer leben mehr als 13.000 Menschen.

Das Viertel besteht fast vollständig aus geschlossener Gründerzeitbebauung. Einkaufs- und Ausgehmeile ist die Hoheluftchaussee, die den Stadtteil von Eppendorf trennt. Trotz der hohen Dichte gilt Hoheluft-West als beliebte, gut versorgte Wohnlage mit kurzen Wegen in die City und an die Alster.

Ausblick: Wohin sich Eimsbüttel entwickelt

Der Bezirk wächst und verdichtet sich weiter, vor allem im Norden. In Schnelsen hat der Deckel über der A7 neue Bauflächen und Grünverbindungen geschaffen, ähnliche Projekte laufen entlang der Trasse in Stellingen und Eidelstedt. Gleichzeitig bleibt bezahlbarer Wohnraum das große Thema: In den begehrten Kernlagen Eimsbüttel, Harvestehude und Hoheluft-West gehören die Mieten zu den höchsten der Stadt.

Wer einzelne Viertel genauer kennenlernen will, findet bei den Sehenswürdigkeiten und in den Cafés des Bezirks reichlich Anlässe für einen Streifzug. Vom Isemarkt in Harvestehude über den Tierpark Hagenbeck in Stellingen bis zum Niendorfer Gehege bringt jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter mit.

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