Eimsbüttel gilt als einer der begehrtesten Wohnbezirke Hamburgs: zentrumsnah, grün und mit einem hohen Anteil gut erhaltener Gründerzeitarchitektur. Genau das hat seinen Preis. Wer hier eine Mieterhöhung bekommt, eine Wohnung neu vermietet oder einfach wissen möchte, ob der eigene Vertrag noch marktgerecht ist, kommt am Hamburger Mietenspiegel nicht vorbei.
Seit dem 9. Dezember 2025 gilt in Hamburg der neue, qualifizierte Mietenspiegel 2025.1 Er löst die Ausgabe von 2023 ab und ist für Eimsbüttel das wichtigste Werkzeug, um faire Mieten zu prüfen. Dieser Service-Artikel erklärt Schritt für Schritt, was der Mietenspiegel überhaupt ist, wie du die Tabelle liest und wie du für eine konkrete Eimsbütteler Adresse die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelst.
- Was der Mietenspiegel ist und wofür er rechtlich gilt
- Aktueller Stand: Mietenspiegel 2025
- So liest du die Mietenspiegeltabelle
- Eimsbütteler Stadtteile nach Wohnlage und Preisniveau
- Eimsbüttel im Hamburg-Vergleich
- Den eigenen Wert online ermitteln
- Mieterhöhung prüfen: das Wichtigste in Kürze
- Ausblick: Mietenspiegel 2027 und der Hamburger Wohnungsmarkt
- Quellen
Was der Mietenspiegel ist und wofür er rechtlich gilt
Der Mietenspiegel ist eine offizielle Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete in Hamburg. Er listet auf, welche Nettokaltmiete pro Quadratmeter für eine bestimmte Art von Wohnung in der Stadt üblich ist. Herausgegeben wird er von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, erstellt vom unabhängigen ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung.2
Rechtlich basiert der Mietenspiegel auf § 558 und § 558d des Bürgerlichen Gesetzbuchs.3 Hamburg verfügt über einen sogenannten qualifizierten Mietenspiegel. Das bedeutet: Er ist nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und genießt vor Gericht eine Vermutungswirkung.4 Wer eine Mieterhöhung über die im Mietenspiegel ausgewiesene Spanne hinaus begründen will, muss höhere vergleichbare Mieten nachweisen, was in der Praxis selten gelingt.
Der Mietenspiegel hat damit drei zentrale Funktionen. Erstens dient er als Grundlage für Mieterhöhungen im laufenden Mietverhältnis, die nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig sind. Zweitens wird er bei der Mietpreisbremse für Neuvermietungen herangezogen, die in Hamburg flächendeckend gilt. Drittens ist er Schiedsrichter in jeder Auseinandersetzung über die angemessene Miete.
Aktueller Stand: Mietenspiegel 2025
Der Mietenspiegel 2025 wurde am 9. Dezember 2025 vorgestellt. Stichtag der Datenerhebung ist der 1. April 2025.1 Für die Erhebung in der ersten Jahreshälfte 2025 wurden rund 48.000 Mieter und Vermieter befragt, ausgewertet wurden Daten von etwa 47.450 Wohnungen.5
Hamburg erstellt seinen Mietenspiegel alle zwei Jahre komplett neu, nicht als bloße Fortschreibung. Eine wichtige Neuerung 2025: Erstmals wurde zur Berechnung der Mittelwerte der Median verwendet statt des arithmetischen Mittels. Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte der erhobenen Mieten liegt, und reagiert weniger empfindlich auf einzelne Ausreißer nach oben oder unten.1 Außerdem wurden erstmals auch Wohnungen unter 25 Quadratmetern einbezogen.
Die hamburgweite durchschnittliche Nettokaltmiete laut Mietenspiegel 2025 liegt bei 9,94 Euro pro Quadratmeter. Im Mietenspiegel 2023 waren es noch 9,83 Euro, das entspricht einem Anstieg von rund 1,12 Prozent in zwei Jahren, also nur 11 Cent.1 Zum Vergleich: Von 2021 bis 2023 war die Durchschnittsmiete noch um 54 Cent oder 5,8 Prozent geklettert. Wichtig: Diese Zahl liegt weit unter den Angebotsmieten auf den großen Immobilienportalen, weil der Mietenspiegel auf den realen Bestand inklusive aller älteren, günstigeren Verträge schaut, nicht auf das, was Vermieter heute aufrufen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Vorgestellt am | 9. Dezember 2025 |
| Löst ab | Mietenspiegel 2023 |
| Stichtag der Erhebung | 1. April 2025 |
| Datenbasis | rund 47.450 Wohnungen, ca. 48.000 Befragte |
| Mittelwert-Methode | erstmals Median |
| Ø Nettokaltmiete Hamburg 2025 | 9,94 €/m² |
| Ø Nettokaltmiete Hamburg 2023 | 9,83 €/m² |
| Veränderung in zwei Jahren | +1,12 % (+11 Cent) |
| Wohnlagen in Hamburg | 2 Stufen: normal · gut |
| Nächste Ausgabe | 2027 |
Hinweis
Der Mietenspiegel gilt nicht für preisgebundenen Wohnraum (Sozialwohnungen), möblierte Vermietungen, Wohnheime und Wohnraum mit besonderem Charakter wie Einliegerwohnungen in Einfamilienhäusern. Für diese Wohnformen gelten gesonderte Regeln.
So liest du die Mietenspiegeltabelle
Auf den ersten Blick wirkt der Hamburger Mietenspiegel komplex, im Kern besteht er aber aus drei Bausteinen: einer Tabelle, einem Raster für Zu- und Abschläge sowie dem Wohnlagenverzeichnis.
1. Baualtersklasse und Wohnungsgröße
Die Tabelle ist nach Baualtersklassen und Wohnungsgrößen gegliedert. Die Baualtersklassen reichen vom Bestand bis 1918 über die typischen Nachkriegsklassen bis hin zu den neueren Klassen ab den 2000er Jahren. Bei den Wohnungsgrößen wird in mehrere Klassen unterschieden, seit 2025 erstmals inklusive sehr kleiner Wohnungen unter 25 Quadratmetern. Insgesamt umfasst der Mietenspiegel 90 Tabellenfelder.5
In jedem Feld steht ein Mittelwert (seit 2025 der Median) sowie eine Spanne nach unten und oben. Der Mittelwert ist die statistisch typische Nettokaltmiete für diese Wohnungsklasse, die Spanne bildet die übliche Streuung in der Praxis ab.6
2. Wohnlage: normal oder gut
Anders als Berlin mit drei Stufen kennt der Hamburger Mietenspiegel nur zwei Wohnlagen: normal und gut. Die Einstufung erfolgt nicht nach Bauchgefühl, sondern nach neun amtlichen Indikatoren, darunter Statusindex, Bodenrichtwert, Grünflächen, Einwohnerdichte, Art der Straße, Entfernung zu U-Bahn, S-Bahn oder AKN, Lärmbelastung sowie die Entfernung zu Metrobus und Einzelhandel.7 Eine gute Wohnlage hebt den Median je nach Tabellenfeld in der Regel um etwa 1,00 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter gegenüber der normalen Lage an.
Welche Wohnlage für eine konkrete Adresse gilt, steht im offiziellen Wohnlagenverzeichnis, das das ALP Institut für den Mietenspiegel 2025 erstmals selbst erstellt hat.2
3. Ausstattung und Sondermerkmale
Der eigentliche Wert wird abschließend durch Zu- und Abschläge verfeinert. Vor- und Nachteile der Wohnung, etwa ein modernes Bad, hochwertige Bodenbeläge, ein Aufzug oder umgekehrt ein fehlender Balkon, schlagen sich in angemessenen Auf- oder Abschlägen auf den Mittelwert nieder.6 Überwiegen die positiven Merkmale, geht es Richtung Oberwert. Überwiegen die negativen, Richtung Unterwert. Am Ende ergibt sich aus dem Median plus oder minus den Zu- und Abschlägen die konkrete ortsübliche Vergleichsmiete für genau diese Wohnung.
Eimsbütteler Stadtteile nach Wohnlage und Preisniveau
Eimsbüttel ist nicht aus einem Guss. Der Bezirk im Nordwesten Hamburgs hat rund 260.000 Einwohner und gliedert sich in neun Stadtteile, vom dichten Gründerzeitquartier an der Alster bis zur kleinstädtisch geprägten Vorstadt am Stadtrand.8 Entsprechend groß ist die Spanne beim Mietniveau. Die folgende Übersicht ordnet die Stadtteile grob ein. Maßgeblich für die offizielle Vergleichsmiete bleibt immer das Wohnlagenverzeichnis zum Mietenspiegel; die genannten Quadratmeterpreise sind Angebotsmieten aus Immobilienportalen (Stand zweites Quartal 2026) und liegen damit deutlich über den Mietenspiegelwerten für den Bestand.9
| Stadtteil | Angebotsmiete Wohnung | Prägung |
|---|---|---|
| Rotherbaum | ca. 23,66 €/m² | Alster- und Universitätslage, repräsentative Altbauten, höchstes Niveau im Bezirk, überwiegend gute Wohnlage |
| Harvestehude | ca. 22,83 €/m² | Herrenhäuser und breite Alleen an der Außenalster, klassische Top-Lage |
| Hoheluft-West | ca. 20,57 €/m² | dicht bebautes, grünes Gründerzeitquartier, sehr beliebt, viel mittlere bis gute Lage |
| Eimsbüttel (Kernstadtteil) | ca. 20,53 €/m² | lebendiges Altbauviertel mit Eimsbütteler Chaussee und Osterstraße, gemischte Wohnlagen |
| Lokstedt | ca. 20,11 €/m² | grüner Übergangsstadtteil, Mischung aus Altbau, Zeilenbau und Neubau |
| Stellingen | ca. 19,78 €/m² | durchmischter Stadtteil mit Volkspark-Nähe, überwiegend normale Wohnlage |
| Niendorf | ca. 17,96 €/m² | familienfreundlicher Vorort mit Niendorfer Gehege, viel Reihen- und Geschosswohnungsbau |
| Schnelsen | ca. 17,37 €/m² | kleinstädtisch geprägter Randstadtteil, ruhige Siedlungslagen |
| Eidelstedt | ca. 16,71 €/m² | günstigster Stadtteil des Bezirks, Wohnsiedlungen und Gewerbe am westlichen Rand |
Wer es genauer wissen will, findet in unserer Übersicht der Eimsbütteler Stadtteile die Charaktere der einzelnen Viertel im Detail. Gerade in den Kernstadtteilen liegen normale und gute Wohnlagen oft dicht beieinander, eine Straße weiter kann die Einstufung schon anders ausfallen. Deshalb lohnt vor jeder Mietprüfung der Blick ins Wohnlagenverzeichnis.
Eimsbüttel im Hamburg-Vergleich
Eimsbüttel zählt zu den teureren Bezirken Hamburgs. Die durchschnittliche Angebotsmiete im Bezirk lag in den vergangenen zwölf Monaten je nach Portal zwischen rund 13,90 und gut 16 Euro pro Quadratmeter und damit klar über dem hamburgweiten Mietenspiegel-Durchschnitt von 9,94 Euro.10 Dass beide Zahlen so weit auseinanderliegen, ist normal: Der Mietenspiegel bildet den gesamten Bestand mit vielen alten, günstigen Verträgen ab, während die Angebotsmiete nur die aktuell ausgeschriebenen, meist teureren Wohnungen erfasst.
Die Gründe für das hohe Niveau sind strukturell: eine zentrumsnahe Lage, viele Grünflächen, eine sehr gute Verkehrsanbindung und ein großer Anteil gut erhaltener historischer Architektur. Das macht den Bezirk attraktiv, hält die Nachfrage hoch und treibt damit die Angebotsmieten. Auch die Bevölkerungsentwicklung spielt eine Rolle, wie unsere Übersicht zu den Einwohnern Eimsbüttels zeigt.
Für Mieter heißt das in der Praxis: In Eimsbüttel ist es besonders wichtig, eine geforderte Miete oder Mieterhöhung am Mietenspiegel zu prüfen, weil die Lücke zwischen Bestand und Angebot hier größer ist als am Stadtrand. Wer dazu auch die übrigen Kosten im Blick behalten möchte, findet weitere Zahlen in unserem Überblick zu den Lebenshaltungskosten in Eimsbüttel.
Den eigenen Wert online ermitteln
Wer für eine konkrete Wohnung in Eimsbüttel die ortsübliche Vergleichsmiete bestimmen möchte, muss nicht mit der gedruckten Broschüre arbeiten. Die Stadt Hamburg stellt unter hamburg.de einen offiziellen Mietenspiegel-Onlinerechner bereit.11 Schritt für Schritt werden dort folgende Angaben abgefragt:
- Adresse der Wohnung (das System liefert die Wohnlage normal oder gut)
- Baualtersklasse des Gebäudes
- Wohnungsgröße in Quadratmetern
- Ausstattung von Bad, Küche und Wohnung
- Sondermerkmale wie Aufzug, Balkon oder hochwertige Bodenbeläge
Am Ende gibt der Rechner einen Mietpreisspielraum aus, also Unter-, Mittel- und Oberwert nach den oben beschriebenen Schritten. Dieser Wert ist die offizielle ortsübliche Vergleichsmiete für genau diese Wohnung. Die Nutzung ist kostenfrei.
Zusätzlich gibt es das Wohnlagenverzeichnis sowie die Mietenspiegeltabelle und die Broschüre, die alle als PDF auf den Seiten der Stadt Hamburg abrufbar sind.2
Hinweis
Bei rechtlichen Fragen rund um eine Mieterhöhung oder die Mietpreisbremse beraten in Hamburg unter anderem der Mieterverein zu Hamburg und der Mieterschutzverein. Eine kostenlose Erstauskunft zum Mietenspiegel selbst bietet die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.
Mieterhöhung prüfen: das Wichtigste in Kürze
Eine Mieterhöhung im Bestand ist nur unter mehreren Bedingungen zulässig. Die Miete muss seit mindestens 15 Monaten unverändert sein, sie darf nicht mehr als 20 Prozent innerhalb von drei Jahren steigen (in Hamburg durch die Kappungsgrenzen-Verordnung sogar nur 15 Prozent) und sie darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreiten.12
Beim Vergleich mit dem Mietenspiegel zählt der konkrete Wert aus dem Mietenspiegelrechner, nicht der allgemeine Stadtdurchschnitt. Bei Neuvermietungen begrenzt die Mietpreisbremse den Neuvertrag in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt auf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.13 Hamburg gilt flächendeckend als angespannter Wohnungsmarkt, die Mietpreisbremse greift also auch in jedem Eimsbütteler Stadtteil.
Wer eine Mieterhöhung erhält, sollte sie nicht ungeprüft unterschreiben. Anhand des Mietenspiegels lässt sich in wenigen Minuten überprüfen, ob das Schreiben formell korrekt ist und ob der geforderte Betrag tatsächlich der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht. Wird die Mietenspiegelobergrenze überschritten, ist die Erhöhung in dieser Höhe nicht durchsetzbar.
Ausblick: Mietenspiegel 2027 und der Hamburger Wohnungsmarkt
Hamburg erstellt seinen Mietenspiegel alle zwei Jahre komplett neu. Die nächste Ausgabe ist damit für 2027 zu erwarten, Stichtag der Erhebung dürfte wieder im Frühjahr liegen.1 Bis dahin gelten die Werte von 2025 als Maßstab. Wer eine Mieterhöhung erhält, sollte vor jeder Entscheidung den Mietenspiegelrechner auf hamburg.de bemühen, in zehn Minuten erledigt.
Für Eimsbüttel bleibt der Bezirk auf absehbare Zeit einer der gefragtesten Hamburgs. Der hamburgweit ungewöhnlich moderate Anstieg von nur 1,12 Prozent im Bestand sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Angebotsmieten in den Kernstadtteilen rund um die Alster weiterhin auf hohem Niveau liegen. Genau deshalb lohnt sich der genaue Blick in den Mietenspiegel: Er ist das einzige Werkzeug, das für eine konkrete Eimsbütteler Adresse rechtlich belastbar sagt, was üblich ist und was nicht.