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Lokales

Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Eimsbüttel

Vom weltberühmten Tierpark Hagenbeck über den Isemarkt unter dem Bahnviadukt bis zum Niendorfer Gehege: ein Streifzug durch Hamburgs lebendigsten Bezirk im Nordwesten.

Von Uwe Winkler | 21. Juni 2026
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Eimsbüttel © Foto: Hinnerk11 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Die Osterstraße ist die lebendige Hauptschlagader des Stadtteils Eimsbüttel.

Eimsbüttel taucht in den großen Hamburg-Reiseführern selten auf. Die schicken ihre Leser an die Landungsbrücken, in die Speicherstadt und auf die Reeperbahn, selten weiter nordwestlich als bis zum Schanzenviertel. Dabei beginnt direkt dahinter einer der lebendigsten Bezirke der Stadt.

Wer sich Zeit nimmt, findet hier keinen Postkarten-Tourismus, sondern echtes Hamburg: einen der weltberühmtesten Tierparks, einen Wochenmarkt unter einem Bahnviadukt, schattige Kanalufer, Gründerzeitstraßen voller Cafés und einen ausgedehnten Stadtwald im Norden. Dreizehn Orte im Bezirk Eimsbüttel, die einen Besuch lohnen, vom dichtbebauten Süden bis in die grünen Vororte.

Was dich erwartet

1. Tierpark Hagenbeck

  • Adresse: Lokstedter Grenzstraße 2, 22527 Hamburg (Stellingen)
  • Eintritt: Tierpark und Tropen-Aquarium getrennt oder als Kombiticket
  • Geeignet für: Familien, Tierfreunde, Fotografen
  • Verkehr: U-Bahn Hagenbecks Tierpark (U2) direkt vor dem Eingang

Der Tierpark Hagenbeck ist die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit des Bezirks und liegt im Stadtteil Stellingen. Carl Hagenbeck eröffnete ihn am 7. Mai 1907 und revolutionierte damit den Zoobau: Es war der erste Tierpark der Welt mit gitterlosen Freigehegen, in denen Gräben statt Käfige die Tiere von den Besuchern trennen. Dieses Prinzip prägt bis heute Zoos auf der ganzen Welt.

Auf dem parkartig angelegten Gelände leben rund 1.400 Tiere aus mehr als 140 Arten zwischen Felslandschaften, Teichen und alten Bäumen. 2007, zum hundertjährigen Bestehen, kam das Tropen-Aquarium hinzu, ein 8.000 Quadratmeter großer Bau, der von außen wie eine Festung wirkt und im Inneren Tropenwelt, Höhlenwelt, Gifttierdorf und Unterwasserwelt zeigt. Der Elefantenkopf im Wappen des Bezirks erinnert an diesen tierischen Nachbarn.

2. Der Isemarkt

  • Adresse: Isestraße, unter dem Hochbahnviadukt, 20144 Hamburg
  • Öffnungszeiten: dienstags und freitags, 8:30 bis 14 Uhr
  • Eintritt: frei
  • Verkehr: U-Bahn Hoheluftbrücke oder Eppendorfer Baum (U3)

Unter dem denkmalgeschützten Viadukt der Hochbahn zieht sich an zwei Tagen pro Woche einer der größten und schönsten Wochenmärkte Europas entlang. Der Isemarkt wurde 1949 gegründet und erstreckt sich über mehr als einen Kilometer zwischen den U-Bahn-Stationen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum.

Das Besondere ist die Lage unter den Backsteinbögen: Bei Regen bleibt man trocken, das gefilterte Licht zwischen den Pfeilern gibt dem Markt seine eigene Atmosphäre. An den Ständen gibt es Obst, Käse, Fisch, Blumen, Feinkost und Streetfood. Wer den Bezirk an einem Vormittag erleben will, sollte hier starten und sich dann Richtung Eimsbüttel treiben lassen. Eine Übersicht der weiteren Märkte findest du in unserem Beitrag zu den Bäckereien in Eimsbüttel.

3. Die Osterstraße

  • Adresse: Osterstraße, 20259 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Bummler, Genießer, Cafégänger
  • Verkehr: U-Bahn Osterstraße (U2)

Die Osterstraße ist die Lebensader des Stadtteils Eimsbüttel. Auf gut anderthalb Kilometern reihen sich Restaurants, Cafés, Eisdielen, Bars, kleine Läden und Bäckereien aneinander, dazwischen Gründerzeithäuser mit Stuckfassaden. Der Wechsel aus inhabergeführten Geschäften und Gastronomie macht die Straße zum sozialen Mittelpunkt des Viertels.

Einmal im Jahr verwandelt sich die Meile beim Osterstraßenfest in eine durchgehende Festmeile mit Flohmarkt, Bühnen und Ständen. Wer das heutige Eimsbüttel verstehen will, sollte die Straße einmal in voller Länge ablaufen. Welche Lokale sich lohnen, zeigt unser Überblick zu den Cafés in Eimsbüttel.

4. Isebekkanal und Kaiser-Friedrich-Ufer

  • Adresse: Kaiser-Friedrich-Ufer, 20259 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Jogger, Spaziergänger, Picknicker
  • Saison: ganzjährig, am schönsten im Frühsommer

Der Isebekkanal ist der grüne Faden, der sich durch den Süden des Bezirks zieht. Er ist ein Rest des früheren Isebek-Bachs, wurde im 17. Jahrhundert zum Kanal ausgebaut und mündet bei Eppendorf in die Alster. Auf rund drei Kilometern führt er an Eimsbüttel, Hoheluft-West und Harvestehude vorbei.

Am Kaiser-Friedrich-Ufer, von den Eimsbüttelern liebevoll Kaifu genannt, säumen breite Sandwege und alte Bäume das Wasser. Hier wird gejoggt, gegrillt und in der Sonne gelegen. Der Grünstreifen zwischen Weidenstieg und Hoheluftbrücke ist das beliebteste Naherholungsgebiet des dichtbesiedelten Viertels.

5. Kaifu-Bad

  • Adresse: Kaiser-Friedrich-Ufer 16, 20259 Hamburg
  • Eintritt: reguläre Bädertarife von Bäderland Hamburg
  • Geeignet für: Schwimmer, Familien, Saunagänger
  • Saison: Hallenbad ganzjährig, Freibad im Sommer

Direkt am Kaifu liegt Hamburgs ältestes Schwimmbad. Das Kaifu-Bad blickt auf über hundert Jahre Geschichte zurück und gilt als erstes Warmwasserfreibad der Stadt. Bis heute verbindet es ein Freibad mit Hallenbad und einem Wellnessbereich mit Sole und Sauna.

Wer im Sommer im Freibadbecken schwimmt und dahinter die Bäume des Kanalufers sieht, erlebt ein Stück Hamburger Bäderkultur, das mitten in der Stadt liegt und doch erstaunlich ruhig wirkt.

6. Christuskirche

  • Adresse: Fanny-Mendelssohn-Platz, Emilienstraße, 20259 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Ruhesuchende
  • Tipp: der 46 Meter hohe Turm als Orientierungspunkt

Die Christuskirche ist das markanteste Gotteshaus im Stadtteil Eimsbüttel. Der Berliner Architekt Johannes Otzen entwarf sie im neugotischen Stil, gebaut wurde sie zwischen 1882 und 1884 als Backsteinbau. Geweiht wurde die Kirche am 21. Januar 1886, ihr 46 Meter hoher Turm war damals weithin über die noch fast ländlichen Wiesen zu sehen.

Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. Seit 2007 steht sie zusammen mit den Pfarrhäusern unter Denkmalschutz. Der angrenzende Fanny-Mendelssohn-Platz ist ein ruhiger grüner Fleck inmitten der dichten Bebauung.

7. Niendorfer Gehege

  • Adresse: Zugang über Niendorf Markt, 22459 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Wanderer, Familien, Naturfreunde
  • Verkehr: U-Bahn Niendorf Markt (U2)

Im Norden des Bezirks liegt mit dem Niendorfer Gehege einer der größten Stadtwälder Hamburgs. Auf rund 150 Hektar erstrecken sich alte Laub- und Mischwaldbestände, durchzogen von breiten Wegen, kleinen Bächen und Lichtungen. Ein Wildgehege mit Damwild macht den Wald besonders bei Familien beliebt.

Der Wald ist bequem erreichbar: Vom U-Bahnhof Niendorf Markt sind es nur wenige Minuten den Tibarg hinauf, dann beginnt hinter der Kirche das Grün. Im Herbst leuchtet das Laub, im Frühjahr blühen die Buschwindröschen, und das ganze Jahr über ist das Gehege ein Gegenpol zum dichten Süden des Bezirks.

8. Marktkirche Niendorf

  • Adresse: Niendorfer Marktplatz 3a, 22459 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Geschichtsinteressierte
  • Tipp: der achteckige Barockbau am Marktplatz

Das architektonische Schmuckstück Niendorfs ist die Marktkirche, auch Kirche am Markt genannt. Sie wurde 1770 geweiht und gilt nach dem Michel als bedeutendster Barockbau Hamburgs. Ihr achteckiger Grundriss und der schlichte Turm geben ihr ein Aussehen, das sich deutlich von den großen Backsteinkirchen der Innenstadt unterscheidet.

Die Kirche markiert bis heute das alte Dorfzentrum Niendorfs. Rund um den Marktplatz und die Fußgängerzone Tibarg ist daraus ein lebendiger Stadtteilkern gewachsen, der im Dezember mit einem der gemütlichsten Weihnachtsmärkte des Bezirks aufwartet.

9. Wehbers Park

  • Adresse: Doormannsweg, 20259 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Spaziergänger, Leseratten, Familien
  • Highlight: Landhaus Wehber von 1881

Wehbers Park am Doormannsweg ist eine grüne Oase mitten im dichtbebauten Eimsbüttel und beeindruckt mit mächtigen, kunstvoll geschnittenen Hainbuchenhecken. Im Park steht das Landhaus Wehber von 1881, das einzige erhaltene Landhaus des Stadtteils und Zeugnis aus einer Zeit, als Eimsbüttel noch Sommerfrische für wohlhabende Hamburger war.

Heute beherbergt das benachbarte Hamburg-Haus eine Bücherhalle und Räume für Kurse und Veranstaltungen. Der Park selbst ist ein ruhiger Rückzugsort, der besonders an warmen Nachmittagen viele Anwohner anzieht.

10. Eimsbütteler Park

  • Adresse: Bei der Apostelkirche, 20259 Hamburg
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Familien, Spaziergänger
  • Highlight: der historische Parkteich

Der Eimsbütteler Park gehört zu den ältesten Grünanlagen des Stadtteils. Sein Teich entstand bereits 1832, als der Kaufmann und spätere Bürgermeister Ascan Lutteroth den damaligen Ottersbek-Bach aufstauen ließ. So entstand ein kleiner romantischer Garten, der bis heute erhalten ist.

Am Rand des Parks steht die katholische St.-Bonifatius-Kirche vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Zusammen bilden Park und Kirche ein stilles Ensemble, das an die Frühzeit der Eimsbütteler Stadtentwicklung erinnert.

11. Generalsviertel

  • Adresse: rund um Bismarckstraße und Gneisenaustraße, 20253 Hamburg
  • Eintritt: frei (Wohnquartier, Außenbesichtigung)
  • Geeignet für: Architekturfreunde, Flaneure
  • Tipp: Café-Pause am Generalsviertel

Zwischen Isebekkanal und Hoheluftchaussee liegt das Generalsviertel, ein geschlossenes Gründerzeitquartier, dessen Straßen nach preußischen Generälen benannt sind. Die hohen Altbauten mit ihren Stuckfassaden und baumbestandenen Straßen gehören zu den schönsten Wohnlagen des Bezirks.

Das Viertel ist ein Beispiel für die dichte, aber grüne Bebauung, die für den Süden Eimsbüttels typisch ist. Hier herrscht die höchste Bevölkerungsdichte Hamburgs, und doch wirkt das Quartier mit seinen kleinen Läden und Cafés erstaunlich beschaulich. Wie sich das auf Mieten und Preise auswirkt, zeigt unser Mietspiegel für Eimsbüttel.

12. Delphi Showpalast

  • Adresse: Eimsbütteler Chaussee, 20259 Hamburg
  • Eintritt: je nach Veranstaltung
  • Geeignet für: Theaterfreunde, Varietéfans
  • Tipp: Programm vorab prüfen

An der Eimsbütteler Chaussee hat sich mit dem Delphi Showpalast ein Theater für Musical und Varieté etabliert. Das Haus steht in der Tradition der Eimsbütteler Vergnügungskultur, zu der auch das denkmalgeschützte HOLI-Kino an der Hohenluftchaussee gehört, dessen historischer Bühnenvorhang mit Hamburg-Motiven aus den 1950er Jahren stammt.

Eimsbüttel hat außerdem ein Stück deutscher Musikgeschichte geschrieben: Um die Jahrtausendwende machten Künstler wie Jan Delay und die Beginner den Bezirk zu einer Keimzelle des deutschen Hip-Hop. Der Jazzclub Birdland in der Gärtnerstraße zählt bis heute zu den bekanntesten Swing- und Modern-Jazz-Adressen der Stadt.

13. Stadtpark-Anschluss und die grünen Vororte

  • Highlights: Lokstedt, Schnelsen, Eidelstedt
  • Eintritt: frei
  • Geeignet für: Radfahrer, Familien
  • Verkehr: U-Bahn-Linie U2 bis Niendorf

Wer den Bezirk wirklich kennenlernen will, sollte auch die nordwestlichen Stadtteile besuchen. Lokstedt, Schnelsen und Eidelstedt zeigen das andere Gesicht Eimsbüttels: lockere Vorstadtbebauung, viel Grün und ruhige Wohnstraßen, die in Einfamilienhausgebiete übergehen.

Hier liegen Kleingartenanlagen, weite Wiesen und Verbindungen ins Hamburger Umland. Der Kontrast zwischen dem dichten, urbanen Süden und den fast dörflichen Vororten macht den Reiz des gesamten Bezirks aus. Welche Stadtteile dazugehören, erklärt unser Überblick zu den Stadtteilen von Eimsbüttel.

Drei Geheimtipps für später
  • Else-Rauch-Platz: monatlicher Flohmarkt mit Eimsbütteler Trödel
  • Unnapark: kleiner Park, benannt nach dem Dermatologen Paul Unna, der hier 1880 eine Klinik aufbaute
  • Jerusalemkirche: markanter Kupferturm an der Schäferkampsallee

Ausblick: Eimsbüttel zwischen Großstadt und Grün

Eimsbüttel ist kein Bezirk, den man an einem Nachmittag abhakt. Er lebt vom Kontrast: vom Trubel der Osterstraße und der Stille am Kanalufer, vom Welttierpark in Stellingen und dem alten Dorfkern in Niendorf, von der höchsten Bevölkerungsdichte Hamburgs im Süden und den weiten Einfamilienhausgebieten im Norden.

Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Wer Eimsbüttel besucht, sollte sich treiben lassen, einen Markttag am Isemarkt verbringen, am Kaifu in der Sonne sitzen und im Niendorfer Gehege durch den Wald gehen, und sich am Ende wundern, dass das alles zu einer einzigen Stadt gehört.

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